Wussten Sie, dass es kaum 200 Jahre her ist, dass die Menschen in Europa auf die Idee kamen, ihr Zuhause in einzelne Zimmer zu unterteilen? Noch als die allererste Lokomotive durch Wales zuckelte, war es üblich, alles in einem Raum zu erledigen: Wohnen, Schlafen, Kochen und natürlich auch Waschen. Für ein wenig Privatsphäre sorgten Raumteiler jeglicher Art, etwa Vorhänge, Möbel, Konstruktionen aus Leichtholz oder – dort, wo Geld war – aus Asien importierte Paravents.
Die mobile Trennwand war damals so normal wie in unseren Häusern die Zimmertür. Heute finden sich Raumteiler und Trennwände vor allem in einem Raum: dem Badezimmer. Denn mehr als jeder andere Ort ist das Bad für viele Menschen der Platz im eigenen Zuhause, der intimen Rückzug, ruhige Atmosphäre und privates Wohlbefinden vereint.
In diesem Beitrag werfen wir daher einen ausführlichen Blick auf Trennwände und Raumteiler im Badezimmer. Welche Möglichkeiten bieten sich Ihnen? Mit welchen Materialien erzielen Sie den von Ihnen gewünschten Effekt? Und worauf müssen Sie achten, um für eine harmonische Raumgestaltung zu sorgen? Unterstützt werden wir dabei von Tobias Hollerbach, seines Zeichens Innenarchitekt und Interior Designer bei hansgrohe.
Der wahrscheinlich offensichtlichste Einsatzzweck: Mit einem Raumteiler schirmen Sie besonders sensible oder intime Bereiche wie WC oder Dusche optisch ab. So erzeugen Sie eine geborgene, gemütliche und auch private Atmosphäre, ohne dass der Raum durch feste Wände geschlossen oder verkleinert wirkt.
In enger Verbindung mit dem Sichtschutz steht natürlich die Intimsphäre. Wenn Ihr Bad des Öfteren von mehreren Menschen gleichzeitig genutzt wird, bleibt Privates privat. Vor allem Familienhaushalte mit Kindern, die gerade ihr Schamgefühl entdecken, aber nicht immer alleine im Bad sein sollten, erhalten hier viel Komfort.
Weiterhin lassen sich durch einen Raumteiler oder eine Trennwand die verschiedenen Bereiche Ihres Badezimmers klar voneinander abgrenzen. Damit bringen sie Struktur in ihr Bad, sorgen für ein aufgeräumtes Raumgefühl oder unterstützen die optische Wirkung seiner Elemente.
Eher praktischer Natur: Feuchte oder spritzwasserintensive Bereiche wie Dusche oder Badewanne können mithilfe von Raumteilern vom trockenen Teil des Waschraums getrennt werden – auch temporär. Das schützt Materialien, erleichtert die Reinigung und sorgt insgesamt für ein hygienischeres Raumklima.
Zuletzt erfüllen Raumteiler und Trennwände nicht nur einen funktionalen Zweck, sondern übernehmen auch gestalterische Aufgaben. Sie können gezielt dazu eingesetzt werden, den Blick zu lenken, Proportionen auszugleichen oder Materialien und Oberflächen besonders hervorzuheben. Richtig eingesetzt, kann das Gesamtbild Ihres Badezimmers auf diese Weise noch einmal massiv aufgewertet werden.
Glas bringt Leichtigkeit und Eleganz in Ihr Badezimmer, denn es lässt Licht fließen und sorgt für ein luftiges Raumgefühl. Gerade in Kombination mit Metall- oder Holzrahmen entstehen hier filigrane Designs. Der Sichtschutz kann variieren, je nachdem, ob Sie sich für Klarglas oder satiniertes Glas entscheiden.
Raumteiler aus Kunststoff wirken zwar nicht ganz so edel wie Glas, bringen dafür aber ihre eigenen Vorteile mit sich: Sie sind leichter, noch farbenfroher und oft bereits für kleines Geld in den verschiedensten Formen erhältlich. Wenn Sie es flexibel und kreativ mögen, entscheiden Sie sich für Kunststoff.
Holz sorgt für Wärme und Natürlichkeit in Ihrem Badezimmer – und kann gleichzeitig vollkommen unterschiedliche Akzente setzen: Massivholz schafft Struktur und Charakter, während Raumteiler aus Leichtholz für eine unbeschwerte Offenheit sorgen. Richtig eingesetzt eignet sich der Werkstoff ganz besonders für Bäder im skandinavischen Hygge-Stil.
Metallische Elemente wie Edelstahl oder pulverbeschichteter Stahl verleihen Raumteilern ein modernes, minimalistisches Statement. Als Lamellen oder Gitterkonstruktionen entstehen so elegante Trennwände, die Stabilität im Einklang mit Leichtigkeit vermitteln und sich ganz besonders für den reduzierten Industrial-Look eignen.
Wenn wir schon über Holz sprechen, sollten wir auch ein paar Worte zu Möbeln verlieren: Auch Regale oder Schränke eignen sich hervorragend zur Zonierung Ihres Badezimmers. Hier kombinieren Sie den optischen Effekt mit einer großen Portion Praktikabilität, denn mehr Stauraum ist im Badezimmer selten ein Nachteil. Etwaige unansehnliche Rückwände lassen sich leicht kaschieren. Zum Beispiel mit dem nächsten vorgestellten Material.
Mit Stoffen und Vorhängen verwandeln Sie Ihr Badezimmer im Handumdrehen in einen intimen Rückzugsort. Das Material bietet einen flexiblen Sichtschutz und lässt sich ganz nach Lust und Laune bewegen oder austauschen. Besonders als Ergänzung zu festen Trennelementen wie den oben genannten Möbeln erzeugen Sie mit textilen Raumteilern einen spielerischen, wohnlichen Charme.
Tatsächlich können auch Pflanzen als Raumtrenner fungieren. Entweder solo – wenn Ihr Bad ausreichend Platz für eine dichtwachsende Pflanze bietet – oder in Kombination mit anderen Raumtrennern. Denken Sie zum Beispiel an ein Regal mit kleinen Fächern, dem Sie durch sattes Grün einen besonders naturbelassenen Look verleihen.
Das Material eines Raumteilers entscheidet maßgeblich über die Wirkung des Badezimmers. Glas öffnet den Raum, Holz bringt Wärme, Metall setzt klare Akzente – entscheidend ist nicht das einzelne Material, sondern wie es mit Oberflächen, Farben und Licht im Bad zusammenspielt.
Tobias Hollerbach, hansgrohe Interior Designer
Festes Mauerwerk oder Wände aus Naturstein eignen sich zwar nicht als Raumtrenner, aber natürlich bestens für Trennwände. Mit einer dauerhaften Abgrenzung setzen Sie eindeutige Akzente, die Stabilität und Hochwertigkeit ausstrahlen. Selbst große Bäder vermitteln so ein Gefühl von Ordnung und Geborgenheit.
Zuletzt darf im Badezimmer die Keramik nicht fehlen. Anders als mit Mauerwerk oder Natursteinoberflächen verbinden Sie hier Funktionalität mit Stil. Schließlich sind Fliesen besonders widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit und lassen sich mühelos reinigen. Gleichzeitig eröffnet sich Ihnen eine Fülle gestalterischer Möglichkeiten: Farben, Muster und Oberflächen können miteinander kombiniert werden, um die Trennwand zu einem echten Design-Highlight zu machen.
Ein Raumteiler funktioniert im Badezimmer nur dann wirklich gut, wenn er nicht isoliert gedacht wird. Material, Farbe und Licht müssen zusammenspielen – erst dann entsteht aus einer Abtrennung ein stimmiges Raumelement.
Tobias Hollerbach, hansgrohe Interior Designer
Stellen Sie daher sicher, dass sich die Abtrennung in das Material- und Farbkonzept Ihres Bades einfügt. Nehmen Sie außerdem Rücksicht auf die Lichtverhältnisse und stimmen Sie die Maße der Trennwand in Proportion und Höhe auf den Rest des Raumes ab. Nur so entsteht ein Badezimmer, das ästhetisch und durchdacht wirkt – ein Ort, an dem Sie sich wohlfühlen und zur Ruhe kommen. Wenn Sie dagegen merken, dass ein Raumtrenner sich mit dem Rest Ihres Bades so gar nicht vertragen will, verzichten Sie lieber darauf.
Naturnahe Farben für Raumteiler im Badezimmer liegen aktuell stark im Trend. Überraschend ist das nicht, denn sie wirken stets zeitlos und elegant. Sanfte Beigetöne, warme Erdtöne oder dezente Grauschattierungen schaffen ein ruhiges, harmonisches Ambiente, das den Raum optisch öffnet und gleichzeitig eine natürliche Wohlfühlatmosphäre vermittelt.
Besonders gut harmonieren Naturfarben dabei mit mediterranen oder skandinavischen Badezimmerkonzepten. In mediterranen Bädern unterstreichen warme Sand- und Terrakottatöne das sonnige, leichte Flair und passen perfekt zu Fliesen in Natursteinoptik. In Scandi-Bädern sorgen helle, neutrale Farben wie Sand, Beige oder ein sanftes Grau für die typische, minimalistische Leichtigkeit. Aber natürlich ist der Naturton kein Muss. Am Ende des Tages zählt vor allem eines: dass Sie sich in Ihrem Bad ganz zuhause fühlen. Wenn Sie es poppig und bunt mögen, dann nur zu, zonieren Sie Ihr Badezimmer mithilfe des knallroten Raumteilers aus Acryl. Falsch oder richtig gibt es hier nicht.
Zuletzt spielt ein durchdachtes Lichtkonzept im Badezimmer immer eine zentrale Rolle – insbesondere im Zusammenspiel mit Raumteilern und Trennwänden. Indirektes Licht in warmen Lichtfarben eignet sich hier besonders gut, da es den Raum sanft ausleuchtet, ohne zu blenden oder harte Kontraste zu erzeugen. "Indirektes Licht ist der heimliche Mitspieler jedes guten Raumteilers. Richtig platziert, lässt es Materialien leichter wirken und verbindet getrennte Bereiche zu einem harmonischen Ganzen." empfiehlt Tobias Hollerbach.
Dabei profitieren gerade kleine Badezimmer von Ordnung und Struktur. Wichtig ist nur, die nötige Sorgfalt in Auswahl und Gestaltung des Raumtrenners zu investieren. Denn statt massiver Wände eignen sich in kleinen Bädern vor allem filigrane Lösungen wie Glasflächen, offene Regale oder halbhohe Elemente, die den Raum gliedern, ohne ihn optisch zu verkleinern. Besonders wichtig ist weiterhin das Zusammenspiel von Raumteiler, Farbe und Licht. Helle Naturtöne, transparente Materialien und indirekte Beleuchtung lassen den Raum größer wirken und schaffen eine angenehme Atmosphäre. Oft sind mobile Raumteiler die beste Lösung, da sie flexibel einsetzbar sind und bei Bedarf einfach wieder verschwinden. So entsteht selbst auf wenig Fläche ein gut strukturierter, funktionaler Raum, der offen wirkt und Ihnen dennoch die nötige Intimität bietet.
Oft unterschätzt und dabei so hilfreich: Planen Sie einen Raumteiler immer zusammen mit dem Lichtkonzept. Bereits kleine Lichtquellen, etwa indirekte LED-Streifen entlang seiner Kanten oder hinter Glaselementen, können die Wirkung eines Raumteilers deutlich verstärken. So wird aus einer einfachen Abtrennung ein gestalterisches Highlight, das mehr als Struktur schafft und Orientierung bietet. Vielmehr verleihen Sie Ihrem Badezimmer in einem einzigen Atemzug eine hochwertige und durchdachte Atmosphäre, die für das maximale Wohlfühlambiente sorgt.
Sollten Sie sich dagegen noch nicht sicher sein, welche Lösung langfristig in Ihr Badleben passt, dann setzen Sie zunächst einfach auf textile Raumteiler. Vorhänge oder Stoffelemente sind vielfältig und besonders flexibel. Sie lassen sich schnell anbringen und ebenso leicht wieder verändern oder entfernen.
Wer sich nicht sicher ist, sollte mit mobilen Lösungen beginnen. Textilien oder Möbel als Raumteiler erlauben es, verschiedene Raumwirkungen auszuprobieren, bevor man sich dauerhaft festlegt
Tobias Hollerbach, hansgrohe Interior Designer
So können Sie unterschiedliche Raumwirkungen testen, ohne sich sofort festzulegen oder baulich einzugreifen – das ist natürlich auch ideal für Mietwohnungen oder für alle, die ihr Bad am liebsten jeden Monat komplett neu gestalten möchten.
Apropos Gestalten: Unser allerletzter Tipp wäre, dass Sie einfach mal ein wenig mit Farben und Einrichtung in Ihrem Badezimmer experimentieren. Besuchen Sie unseren hansgrohe Badplaner und legen Sie direkt mit der Planung los. Bereits nach ein paar Klicks bekommen Sie ein Gefühl dafür, ob und wo sich ein Raumteiler in Ihrem Bad eignen würde. Den Fachbetrieb für die Umsetzung empfehlen wir Ihnen anschließend gerne.
Ein Raumteiler ist in der Regel ein mobiles oder leichtes Gestaltungselement, das Funktionsbereiche im Badezimmer optisch voneinander abgrenzt, ohne den Raum vollständig zu schließen. Eine Trennwand hingegen ist fest verbaut, Teil der Badarchitektur und sorgt dauerhaft für Sicht-, Spritz- und teilweise auch Schallschutz. Der zentrale Unterschied liegt also in Mobilität und baulicher Verbindlichkeit.
Ein Raumteiler bietet sich immer dann an, wenn Sie Struktur, Privatsphäre oder Zonierung schaffen möchten, ohne den Raum optisch zu verkleinern. Besonders in Familienbädern, bei offenen Grundrissen oder in kleinen Badezimmern sorgt er für Ordnung, Intimität und ein ausgewogenes Raumgefühl.
Grundsätzlich kommen alle feuchtraumbeständigen Materialien infrage. Glas überzeugt durch Leichtigkeit und Lichtdurchlässigkeit, Holz durch Wärme und Natürlichkeit, Metall durch einen modernen, reduzierten Look. Textilien und Möbel punkten mit Flexibilität, während gemauerte oder geflieste Trennwände für dauerhafte, hochwertige Lösungen stehen.
Ja, gerade kleine Bäder profitieren von klarer Struktur. Wichtig ist, auf filigrane, lichtdurchlässige oder halbhohe Lösungen zu setzen, etwa Glas, offene Regale oder mobile Elemente. Helle Farben, transparente Materialien und indirektes Licht verhindern, dass der Raum beengt wirkt.
Ein Raumteiler sollte immer als Teil des Gesamtkonzepts gedacht werden. Materialien, Farben, Proportionen und Licht müssen aufeinander abgestimmt sein. Natürliche Farbtöne sorgen für Ruhe und Zeitlosigkeit, während gezielte Kontraste bewusst Akzente setzen können. Entscheidend ist, dass der Raumteiler die Atmosphäre unterstützt und nicht dominiert.
Planen Sie Raumteiler und Licht immer gemeinsam und nutzen Sie vorhandene Gewerke, um Aufwand und Kosten zu reduzieren. Wenn Sie unsicher sind, empfiehlt es sich, zunächst mit mobilen oder textilen Lösungen zu experimentieren. So lässt sich die gewünschte Raumwirkung testen, ohne sofort baulich einzugreifen.