Interview

Radprofi Nico Denz: Über die Tour de France, La Vuelta und seine privaten Baupläne.

Im Interview spricht er über wahr gewordene Träume im Radsport, seinen Rückzugsort nach einem harten Training und private Baupläne. 

Radprofi Nico Denz im Red Bull-BORA-hansgrohe Trikot

Zu Hause im Schwarzwald

Nico Denz vor der Aquademie in Schiltach

Wir freuen uns Nico, dass du uns heute gemeinsam mit deiner Familie in der Hansgrohe Aquademie in Schiltach im Schwarzwald besuchst. Kanntest du die Hansgrohe Aquademie zuvor?
Nico Denz: Ja, wir kannten die Hansgrohe Aquademie, da wir auch im Schwarzwald leben. Allerdings bin ich das erste Mal zu Besuch! Von der Hansgrohe Showerworld habe ich jedoch erst über unsere Nachbarn erfahren. Bei einem gemeinsamen Nachbarschaftshock haben einige sehr davon geschwärmt und uns einen Besuch wärmstens ans Herz gelegt. Wir wurden nicht enttäuscht - Meine Familie und ich hatten heute sehr viel Spaß bei euch!

 

Baut oder renoviert ihr gerade?
Wir haben vor ein paar Jahren ein Haus gekauft und erweitern aktuell den Wohnraum. Das heißt es entstehen zusätzliche Kinderzimmer, eine Küche und neue Badezimmer.

Gibt es etwas das euer Badezimmer Zuhause auf jeden Fall haben muss?
Wir liebäugeln mit der hansgrohe Rainfinity Showerpipe. Wir haben das Duschsystem auch im Red Bull – BORA – hansgrohe Teambus und haben es heute auch noch einmal in der Hansgrohe Showerworld getestet. Wir sind sehr begeistert. Aus unserer Sicht bietet diese Showerpipe das perfekte Duscherlebnis!

Du hast hier einige Eindrücke erhalten von unserer Vielfalt an Oberflächen. Welche gefällt dir am besten?
Nico Denz: Die verschiedenen FinishPlus Oberflächen sehen toll und sehr stylisch aus. Wir persönlich begeistern uns aber eher für die Klassiker Edelstahl und Chrom.

Ist das Badezimmer für dich ein Teil deines Rückzugsortes nach einem anstrengenden Training oder Rennen?
Nico Denz: Das Badezimmer ist auf jeden Fall nach dem Training oder dem Rennen meine erste Anlaufstelle!
Im Teambus von Red Bull – BORA – hansgrohe hatte ich das erste richtig gute Duscherlebnis als Radprofi - zum Teil besser als im eigenen Zuhause. In anderen Teambussen ist der Wasserdruck oft nicht ausreichend und das Wasser fließt nur schlecht als recht.
Im Zielbereich werden wir oft von Zuschauern und Medien bedrängt, aber wenn wir dann hinter die Bustür gelangen, dann fällt der ganze Druck von uns ab. Nach einem kalten Rennen gibt es dann nichts schöneres als eine warme Dusche und nach einem extrem heißen Rennen nichts Besseres als eine kalte Dusche. Deshalb ist das schon ein großer Vorteil, da wir Athleten mit Hilfe einer guten Dusche auf jeden Fall besser und schneller regenerieren.

Portrait des Radfahrprofis Nico Denz

Wir haben das Duschsystem Rainfinity im Red Bull - BORA - hansgrohe Teambus und sind sehr begeistert. Außer unserer Sicht bietet diese Showerpipe das perfekte Duscherlebnis.

Nico Denz, Radprofi im Team Red Bull - BORA - hansgrohe

Wenn Träume wahr werden

Nico Denz bei einem Rennen.

Ein weiteres Highlight, neben eurem privaten Bauprojekt, war in diesem Jahr deine erste Teilnahme an der Tour de France für das Team Red Bull – BORA - hansgrohe. War die Teilnahme an der Tour für dich ein lang wahrwerdender Traum?
Die Tour de France war definitiv der Grund warum ich damals mit dem Radsport begonnen habe. Es war ein Kindheitstraum einmal selbst bei der Tour de France teilzunehmen.
Ich bin seit 2015 Profi, hätte also 2016 das erste Mal starten dürfen. Ich musste aber weitere 8 Jahre warten.

 

Doch das Warten hat sich gelohnt, denn die ersten Etappen waren besonders eindrücklich mit all den Zuschauern am Straßenrand und dem großen Medieninteresse rund um unser gemeinsames Ziel. Wir wollten die Tour de France gewinnen. Dementsprechend waren die Erwartungen von allen Seiten sehr hoch. Der Druck hat sich jedoch sehr positiv auf uns ausgewirkt. Wir waren super euphorisiert, wollten ganz vorne mitspielen und waren auch überzeugt das zu schaffen.

Am Ende war es keine gute Tour für uns, wir hatten uns mehr erhofft und sind immer noch sehr enttäuscht.

Besonders während der ersten 3 Etappen in Italien war es extrem heiß!
Wie wirkt sich solch extremes Wetter auf euch aus? Hast du dich im Vorfeld darauf vorbereitet?
Ich bin großer Sauna Fan, das heißt ich bereite mich anhand der sogenannten „Heat Adaption“ auf meine Rennen im Hochsommer vor. Ich gehe nach dem Training direkt in die Sauna und mache entweder eine lange Session (ca. 30 Minuten) oder wenn es mein Kreislauf mal nicht hergibt, mehrere kurze Saunagänge.

Die Tour de France verlief erstmals über die staubigen Schotterpisten der Champagne. Die Meinungen über die schotterlastige Etappe 9 war sehr gemischt. Wie hart war es wirklich?
Es war richtig hart! Die meisten Sektoren waren ok und ganz gut zu fahren. Aber aus meiner Sicht haben die Rennveranstalter einzelne Abschnitte „verschlimmbessert“ indem sie versuchten Löcher zu „stopfen“. Am Ende war der lose Kies auf der Straße aber extrem gefährlich, weil man keinen Grip hatte. Ich persönlich bin deshalb kein Fan von solchen Etappen. Nicht während einer Grand Tour und erst recht nicht mit Blick auf die Debatten rund um mehr Sicherheit.

Mit Teamgeist ins Ziel

Nico Denz bei einem Rennen

Nach Etappe 9 musste Aleks Vlasov dann mit einem gebrochenen Knöchel aussteigen, danach Primoz Roglic nach zwei schweren Stürzen. Wie schnell kann sich ein Team auf so eine neue Situation einstellen? Was ging da in euch vor?
Wir sind im Herzen alle Rennfahrer, wir wollen immer das Beste geben. Wir haben nach dem Wegfall von Primoz alles in eine Waagschale geworfen, aber mit Aleks‘ Ausstieg hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits unser Backup verloren.Die Etappen wurden in der letzten Tour-Woche dann auch noch so hart von der Konkurrenz ausgefahren, dass es für Ausreißergruppen nicht viele Chancen und Optionen gab.

Wir haben viel versucht, dadurch aber auch viel Energie verloren und mussten die Rundfahrt am Ende leider mit einem sehr enttäuschenden Ergebnis beenden. Es war emotional auf jeden Fall eine ganz schwierige Zeit für uns alle.

Neben der Pechsträhne von Red Bull - BORA - hansgrohe gab es auch einige schöne Geschichten bei der Tour de France. Wie z.B. der Sieg von Romain Bardet bei der ersten Etappe. Oder die Vorstellung von Biniam Girmay, der als erster schwarzer Radprofi aus Afrika das grüne Trikot bei der Tour de France gewinnt. Wer ist deiner Meinung nach der größte Gewinner des diesjährigen Rennens?
Ja, die Tour de France hat auch dieses Jahr wieder Geschichte geschrieben und ich kann einige persönlich Highlights nennen. Für Girmay und Team Intermarché-Wanty war es eine herausragende Rundfahrt. Herauszuheben ist auch Mark Cavendish, der mit 35 Etappensiegen bei der Tour France allen bewiesen hat was in ihm steckt. Ich kenne auch Romain Bardet persönlich, war mit ihm in einem Team. Sich so als Profi von der Bühne des Radsports zu verabschieden, das gönne ich ihm sehr. Abschließend war natürlich auch das Comeback von Vingegaard nach seinem schweren Sturz sehr beeindruckend. 

 Du hast deinen Vertrag beim Team vor kurzem verlängert. Warum fühlst du dich beim Team Red Bull – BORA – hansgrohe so wohl und was sind deine Ziele für die Zukunft?
Beim Team-Camp im Ötztal im Oktober 2022 hatte ich sofort das Gefühl dazuzugehören. Ich war nicht der Neue und habe mich deshalb von der ersten Sekunde an sehr wohl und Zuhause gefühlt. Unser sportlicher Leiter musste mich bei meinem Rennen Anfang 2023 sogar daran erinnern, dass es mein erstes Rennen für das Team Red Bull – BORA – hansgrohe ist.

Das heißt der Übergang war einfach sehr fließend. Dazu kommt, dass ich in 2023 mein bisher bestes Karrierejahr feiern durfte. Die Ergebnisse haben gepasst und die Stimmung im Team war super. Das war unter anderem ausschlaggebend dafür die Zusammenarbeit weiter fortzusetzen.

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