So vermeiden Sie typische Fehler bei der Badplanung
Oliver Selner ist Vollblut-Handwerker mit 20 Jahren Erfahrung beim Installieren und Planen von Bädern. Seit 2022 konzentriert er sich auf Interior Design und Badplanung und erklärt auf Instagram als @Stil11_ einem stets wachsenden Publikum, wie man bei der Badplanung alles richtig macht. Hier beantwortet er die wichtigsten Fragen.
Oliver Selner alias Stil11, Badplaner und Interior Designer
Die wichtigsten Fragen für eine gelungene Badplanung:
Bei der Badplanung gibt es kaum Fehler, nur Prioritäten
Bei guter Planung passen die Elemente, die Ihnen wichtig sind, selbst in ein kleines Bad: z.B. mit geschlossenem Stauraum in einer Schamwand und Sitzgelegenheit in der Dusche.
Ein Bad optimal zu planen, ist komplex: Was möglich und sinnvoll ist, hängt immer vom Raum und den Bedürfnissen der Menschen ab, die ihn täglich nutzen. Oft ist die größte Herausforderung, alle gewünschten Elemente unterzubringen. Gerade bei wenig Platz sind klare Entscheidungen gefragt: Zum Beispiel, ob eine Badewanne wirklich unverzichtbar ist oder ob eine großzügige, begehbare Dusche das gewünschte Wellness-Gefühl genauso bietet.
Auch wenn es viel abzuwägen gibt: Wirkliche Fehler können Sie bei der Planung nicht machen – solange Sie heraus finden, was Ihnen wichtig ist, und Ihre Entscheidungen auf dieser Grundlage treffen.
1. Wie plant man ein Bad, bei Renovierung oder Neubau?
“Die meisten Menschen planen höchstens ein oder zwei Mal im Leben ein Bad – und ohne Fachwissen ist das eine riesige Herausforderung”, sagt Badplaner Oliver Selner. “Die Aufgabe eines guten Badplaners ist es, bei der Erstberatung mit gezielten Fragen herauszufinden, wo die Prioritäten liegen.”
Denn das ist die Grundlage für eine gelungene Badplanung: die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse herauszukitzeln, und mit den Gegebenheiten des Raums zu verknüpfen. Damit Sie – mit oder ohne Badplaner – selbstbewusst Entscheidungen für Ihr Bad treffen können, müssen Sie vor allem ehrlich zu sich selbst sein. So können Sie zum Beispiel herausfinden, ob Sie mehr Wert auf das Design oder die Funktionalität Ihres Bads legen.
Mit diesen Fragen schaffen Sie eine solide Basis dafür, sich für die optimale Ausstattung zu entscheiden:
Ist es Ihnen wert, für eine bestimmte Optik mehr zu putzen? Manche Design Entscheidungen bedeuten im Alltag etwas mehr Reinigungsaufwand: So wie eine freistehende Badewanne, um die sich Schmutz sammelt.
Wie viel Stauraum brauchen Sie wirklich? Ein filigraner Look ist beliebt – aber wenn Sie eine größere Menge Kosmetik oder Handtücher im Badezimmer unterbringen möchten, ist ein solider Waschtischunterschrank möglicherweise die bessere Wahl.
Funktioniert das Design für alle Familienmitglieder? Denken Sie bei der Gestaltung an alle Menschen, die das Badezimmer nutzen werden? Müssen Sie die Waschmaschine im Bad unterbringen, oder ist ein Doppelwaschbecken nicht verhandelbar?
Themen, die online häufig als Planungsfehler deklariert werden, sind letztendlich persönliche Entscheidungen: Gehört das WC ins Bad? Brauchen Sie den Stauraum, den ein Spiegelschrank bietet? Ist ein Doppelwaschbecken unverzichtbar? Hören Sie in sich hinein – und lassen Sie sich nicht verunsichern.
Oliver Selner alias Stil11, Badplaner und Interior Designer
2. Wie schaffe ich in meinem kleinen Bad genug Platz?
Besonders in kleinen Bädern kommt es auf kluge Planung und auf Ihre Prioritäten an. Überlegen Sie zunächst, welche Elemente unverzichtbar sind: Benötigen Sie unbedingt eine Badewanne oder reicht eine großzügige Walk-in-Dusche? Muss die Waschmaschine ins Bad passen? Können Sie Handtücher auch außerhalb des Badezimmers verstauen?
Praktische Tipps für Minibäder:
Flexibler Grundriss: Es lohnt sich, eine klassische Regel der Innenarchitektur aufzubrechen, wenn Sie Ihr Bad dadurch besser nutzen können: Bewegungsflächen vor WC oder Waschbecken dürfen sich überschneiden. Außerdem schafft eine Dusche mit faltbarer Wand extra Platz, wenn sie gerade nicht benutzt wird.
Cleverer Stauraum: Geschlossene Badmöbel sorgen für ein ruhiges, aufgeräumtes Erscheinungsbild. Mit Nischen in der Wand oder Schubladen in einer Schamwand schaffen Sie sich zusätzlichen Stauraum.
Maßgeschneiderte Lösungen: Wenn Standardmöbel nicht passen, lohnt sich eine individuelle Planung – gerade in kleinen Bädern macht das einen großen Unterschied.
In Minibädern muss man klare Prioritäten setzen. Aber: Gut geplant haben Sie auch hier ausreichend Bewegungsfreiheit, Komfort und Stauraum.
Probieren Sie es mit dem hansgrohe 3D Inspirator Tool direkt aus:
Ein Tipp für die erfolgreiche Umsetzung: Bevor Sie richtig in die Planung einsteigen, sollten Sie herausfinden, wo Ihre Leitungen und (Ab-) Wasserrohre verlaufen. Die beste Planung ist umsonst, wenn das Layout in der Praxis nicht möglich ist.
Oliver Selner alias Stil11, Badplaner und Interior Designer
3. Wie plane ich ein pflegeleichtes Bad?
Auch individuelle Badgestaltung kann pflegeleicht sein: Mit einer besonderen Tapete und Platz für Deko-Objekte.
Wie leicht Ihr Bad zu reinigen ist, und wie lange es gut aussieht, hängt sowohl von Ihren Gewohnheiten als auch von den Materialien ab, die verbaut sind: Auf einer Duschtrennwand aus Glas sieht man Kalkflecken schneller als auf Fliesen – und Sie müssen dementsprechend häufiger und sorgfältiger putzen.
Es ist also eine Typfrage: Sind Sie eher pragmatisch und wollen sich weniger kümmern, oder sind Sie, und alle anderen Menschen, die in Ihrem Haushalt wohnen, so gewissenhaft, dass Sie die Duscharmatur sowieso nach jeder Dusche abtrocknen?
Bei diesen Design-Entscheidungen ist Ihr Verhalten bezüglich Reinigung und Pflege relevant:
Um eine freistehende Badewanne sammelt sich Schmutz immer zuerst. Achten Sie auch darauf, wie leicht man den Platz um die Wanne reinigen kann.
Auf einfarbigen Fliesen sieht man Staub und Haare schneller als auf stark gemusterten.
Die Farbe Ihrer Armaturen: Kalkflecken sieht man auf schwarzmatten Armaturen schneller als auf weißen oder bronzefarbenen.
Holz im Badezimmer: Ein Aufsatzwaschbecken in Kombination mit einer Holz-Oberfläche ist möglich, wenn Sie Spritzwasser immer sofort abwischen.
Selbst Parkett im Badezimmer ist möglich, wenn Sie kein Wasser darauf stehen lassen.
Wenn Sie weniger Reinigungsaufwand einem bestimmten Design vorziehen, lohnt es sich, auf andere Gestaltungsmöglichkeiten auszuweichen. Individualisieren Sie Ihr Bad beispielsweise durch einen Eyecatcher bei der Wandgestaltung, z.B. mit Akustikpaneelen oder bedruckten Aluverbundplatten. Diese sind weniger aufwändig in der Pflege.
4. Was kostet eine Badrenovierung?
Die Kosten einer Badrenovierung oder -sanierung hängen von der Wahl Ihrer Ausstattung ab – und natürlich davon, wie viel zu machen ist. Bei einigen Ausstattungsgegenständen ist es jedoch wichtiger als bei anderen, auf hohe Qualität zu achten.
Wenn Oliver Selner preisbewusste Kunden berät, nutzt er diesen Ansatz, um Entscheidungen zu erleichtern:
“Überlegen Sie sich, was die schlimmste Konsequenz ist, wenn ein billiges Produkt kaputt geht. Sind es Schrammen am Hochschrank, oder ist es ein Wasserschaden?”
In den sozialen Medien liest man häufig Warnungen davor, dass man mit einer direkt in der Wand installierten Unterputzarmatur einen Wasserschaden riskiert. Die Alternative sind moderne Aufputzarmaturen, die man vor der Wand installiert. So kann man sie leichter austauschen – auch, wenn man sich einfach ein Upgrade wünscht. Generell gilt aber: Wenn Sie eine gute Marke wählen, ist auch eine Unterputzarmatur eine gute Wahl. Die Sorge um einen Wasserschaden ist bei fachgemäßer Installation dann relativ unbegründet.
Die Qualität von Armaturen lässt sich als Laie nur schwer von außen erkennen – hier zählt die Handwerker-Erfahrung. Ich setze in meinen Planungen nur Marken ein, mit denen ich seit Jahren gute Erfahrung gemacht habe.
Oliver Selner alias Stil11, Badplaner und Interior Designer
5. Wie vermeide ich, dass mein neues Bad schimmelt?
Sie investieren Zeit und Geld in ein tolles Bad: Da soll es auch lange schön bleiben! Eine weit verbreitete Sorge ist die vor Schimmel. Dabei ist sie in modernen Häusern eigentlich unbegründet – wenn Sie darauf achten, nach jeder Dusche bzw. jedem Bad ausreichend zu lüften, und das Bad genug heizen.
Damit alles gut geht:
Prüfen Sie die Außenwände: Sind sie ausreichend gedämmt? Bei Bädern mit Dachschräge: Achten Sie darauf, dass bei Einbauten ins Dach die Dampfsperre, also die Folie, die verhindert, dass Feuchtigkeit in die Isolierung eindringt, nicht beschädigt wird.
Installieren Sie eine geeignete Heizung (und benutzen Sie sie!): Eine Fußbodenheizung, Handtuchheizkörper oder Infrarotheizung sorgen dafür, dass das Bad warm und trocken bleibt.
Lüften Sie regelmäßig und ausreichend: Öffnen Sie das Fenster vollständig. Die beste Option ist es, mit einem gegenüberlegenden Raum quer zu lüften. Die Luftfeuchtigkeit sollte nach dem Lüften wieder unter 60% sein.
Erfolgreiche Badplanung beginnt bei Ihnen
Ein Bad zu gestalten, das funktional, angenehm und einfach schön ist, klappt, wenn Sie ehrlich mit sich selbst sind: Analysieren Sie Ihr tägliches Verhalten, überlegen Sie, welche Elemente Ihnen wirklich wichtig sind, und setzen Sie Prioritäten. Achten Sie dabei auf Qualität – bei Materialien, Ausstattung und Umsetzung – und Sie schaffen einen Raum, der lange Freude macht und genau zu Ihrem Leben passt.
Bereit für den nächsten Schritt? Probieren Sie im hansgrohe 3D Inspirator Tool aus, welcher Stil zu Ihrem Bad passt:
Was sind die häufigsten Fehler bei der Badplanung?
Es gibt wenig echte Fehler bei der Badplanung – vieles hängt von den persönlichen Vorlieben und den Gegebenheiten Ihres Badezimmers ab:
Duschtrennwand: Glas, Mauerwerk oder ganz offen? Die Entscheidung beeinflusst Licht, Raumgefühl und Pflegeaufwand.
WC-Position: Im Bad integriert oder ausgelagert? Offen einsehbar oder hinter einer Schamwand? Hier spielen Platz, Privatsphäre und Komfort eine Rolle.
Armaturen: Unterputz- vs. Aufputzarmaturen – wichtig in Bezug auf Design, Wartung und mögliche Wasserschäden.
Sitzgelegenheit: Komfortabel oder verzichtbar? Eine kleine Bank oder Klapplösung kann viel Komfort bringen, nimmt aber Platz ein.
Letztlich gilt: Eine durchdachte Planung, die auf Ihre Bedürfnisse und den Raum abgestimmt ist, ist immer richtig – solange Sie auch bei der Wahl Ihrer Ausstattung und bei der technischen Umsetzung auf hohe Qualität achten.
Was muss ich bei der technischen Badplanung beachten?
Eine durchdachte technische Planung ist entscheidend, damit Ihr Bad nicht nur schön, sondern auch funktional und langlebig wird. Wichtige Punkte sind:
Leitungen und Rohre: Prüfen Sie, was bei einer Renovierung möglich ist. Nicht immer lassen sich Wasser- oder Abwasserleitungen ohne großen Aufwand verlegen.
Bodenebene Dusche: Achten Sie darauf, dass der Abfluss tief genug installiert ist, damit das Wasser zuverlässig abläuft.
Steckdosen: Planen Sie Anzahl, Position und Schutzart (z. B. spritzwassergeschützt) sorgfältig, um Komfort und Sicherheit zu gewährleisten.
Heizung und Lüftung: Fußbodenheizung, Handtuchheizkörper oder andere Heizlösungen sollten rechtzeitig eingeplant werden. Eine gute Lüftung beugt Feuchtigkeit und Schimmel vor.
Beleuchtung: Setzen Sie auf funktionale und stimmungsvolle Lichtquellen, z. B. Spiegel- oder Deckenbeleuchtung, die feuchtigkeitsgeeignet sind.
Barrierefreiheit / Komfort: Denken Sie an ausreichend Bewegungsfläche, Haltegriffe oder Sitzmöglichkeiten, falls gewünscht.
Abdichtung / Feuchtigkeitsschutz: Besonders bei Renovierungen: Achten Sie darauf, dass Abdichtungen (Dusche, Badewanne) korrekt ausgeführt sind, um Schäden zu vermeiden.
Mit einer sorgfältigen technischen Planung vermeiden Sie spätere Probleme und schaffen ein Bad, das langlebig, sicher und komfortabel ist.
Wie plane ich die Beleuchtung in meinem Bad?
Eine durchdachte Beleuchtung macht Ihr Bad funktional und stimmungsvoll zugleich. Am besten planen Sie drei Ebenen:
Grundbeleuchtung: Sorgt für gleichmäßiges Licht im gesamten Raum, z. B. über Deckenleuchten oder Einbauspots.
Funktionslicht: Helles, gerichtetes Licht für Aufgaben wie Schminken oder Rasieren, z. B. Spiegelbeleuchtung oder LED-Leisten am Waschtisch.
Ambientebeleuchtung: Stimmungsvolles Licht für Wohlfühlatmosphäre, z. B. indirekte Lichtquellen, dimmbare Leuchten oder LED-Strips.
Achten Sie bei allen Leuchten auf feuchtigkeitsgeeignete Schutzarten (IP-Schutz). Außerdem beeinflusst die Lichtfarbe die Stimmung: Warmweiß wirkt gemütlich, kaltweiß unterstützt die Konzentration, z. B. beim Schminken oder Rasieren.
Wie mache ich mein Bad barrierefrei?
Barrierefreiheit betrifft uns alle – schon eine kleine Verletzung kann den Alltag erschweren. Mit durchdachten Maßnahmen können Sie Ihr Bad sicherer und komfortabler gestalten:
Begehbare Dusche: Eine bodenebene Dusche ohne Schwelle erleichtert den Zugang und minimiert Stolperrisiken.
Spritzwasserschutz: Achten Sie auf ein Gefälle in der Dusche, damit kein Wasser ins übrige Bad spritzt.
Sitzmöglichkeit in der Dusche: Eine fest installierte oder klappbare Bank ist praktisch. Sie ist nicht nur bei eingeschränkter Bewegungsfähigkeit hilfreich, sondern auch für alltägliche Pflegeaufgaben wie Rasieren oder Waschen.
Spätere Anpassungen: Einige Umbauten für vollständige Barrierefreiheit lassen sich leicht nachrüsten. Haltegriffe können unkompliziert ergänzt werden – achten Sie auf gute Positionierung und deutliche Farbkontraste für bessere Sichtbarkeit.
Mit diesen Maßnahmen schaffen Sie ein Bad, das sicher, praktisch und flexibel auf unterschiedliche Bedürfnisse reagiert.
Zur Zeit befinden sich keine Einträge auf Ihrem Merkzettel. In dieser Liste können Sie interessante Produkte sammeln und so jederzeit schnell wieder finden. Nutzen Sie hierzu das "zur Merkliste"-Symbol auf unseren Produktseiten.