Ein Badezimmer im Vintage-Style, ob mit echten Antiquitäten oder als modernes Retrobad, ist etwas ganz Besonderes. Lesen Sie im Artikel, wie Sie Ihre Badeinrichtung im Vintage-Look mit modernem Komfort kombinieren – für eine individuelle Badgestaltung, in der Sie sich richtig wohlfühlen. Das Stichwort lautet: Moderne Nostalgie.
Eine Vintage-Einrichtung garantiert, dass Sie ein individuelles Bad gestalten – im Bestfall mit allem modernen Komfort.
Martha Huber, Senior Interior Designer bei hansgrohe
Im normalen Sprachgebrauch verwenden wir die Begriffe Vintage und Retro oft als Synonyme – aber es gibt einen entscheidenden Unterschied:
Im Vintage-Badezimmer finden sich echte, antike Möbel und Objekte aus vergangenen Jahrzehnten. “Antiquitäten sind wunderschön, bringen aber Konsequenzen mit sich”, sagt die Interior Designerin: „Sie haben oft Patina, also Gebrauchs- und Alterungsspuren. Das kann im Badezimmer beispielsweise ein feiner Riss im Waschbecken sein, in dem sich Schmutz leichter sammelt.“
Wer sein Bad im Retro-Stil einrichtet, setzt dagegen auf moderne Einrichtungsgegenstände, die den Stil vergangener Zeiten nachahmen, dabei aber aus aktuellen Materialien bestehen – und auch in ihrer Funktion modern sind. „Retro-Stücke haben viele Vorteile: Die Materialien sind pflegeleichter und beständiger, die Hygiene ist gewährleistet, häufig kann man Wasser sparen. Man muss sich dann auch keine Sorgen machen, dass die Anschlüsse nicht in ein modernes Bad passen. Außerdem ist es deutlich einfacher, Stücke im richtigen Stil zu finden.”
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben noch wenige Privathaushalte in Deutschland eigene Badezimmer. Wo es sie gibt, ist die Ästhetik von verspielten Ornamenten, floralen Mustern und – bei ausreichend Platz – Badewannen auf Löwenfüßen geprägt. Messing, Porzellan und Marmor treffen auf helle Pastelltöne und goldene Details: alle Elemente sind handgearbeitet und kunstvoll verziert.
Art-Déco-Bäder wecken Erinnerungen an das ausschweifende Leben der 1920er, wie wir es aus „The Great Gatsby“ kennen: Kantige, geometrische Muster, glänzende Oberflächen und Spiegel dominieren das Bild. Schwarz, Gold und Chrom sorgen für Glamour, während Marmor und Glas den luxuriösen Hotelcharakter der 1920er Jahre unterstreichen.
Der Gegenläufer zum Art Déco: Ab 1919 reduziert Walter Gropius mit seiner Bauhaus-Lehre die Dekoration aufs Nötigste. Funktion und Form verschmelzen zu klaren Linien und glatten Flächen. Weißer Stahl, Emaille und geometrische Formen prägen den sachlichen, modernen Stil. Gar nicht so weit entfernt von Designs, die man heutzutage in vielen deutschen Badezimmern findet.
Zur Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt sich aus dem Bauhaus-Stil ein weicher, emotionaler Funktionalismus: Die Formen sind sanfter, Badmöbel in Holzoptik und Pastellfarben sind beliebt, sogar für Waschbecken und Badewannen. In den 60ern schaffen goldplattierte Armaturen, Holzpaneele und skandinavisch inspirierte Materialien noch mehr Wärme und Wohnlichkeit.
In der Mitte des 20. Jahrhunderts entsteht ein Badezimmer-Trend, der sich auch heute noch weiterentwickelt: Das Badezimmer wird zum Wohnraum. Es ist nicht mehr nur ein rein funktionaler Raum für die tägliche Hygiene, sondern wird dank Holz, Textilien und sanften Farben zunehmend wohnlicher.
Martha Huber, Senior Interior Designer bei hansgrohe
Bäder im Stil der 70er Jahre strahlen Lebensfreude und Naturverbundenheit aus. Typisch sind farbige Waschbecken und WCs und die Verwendung von Glasbausteinen für Duschwand oder Fenster. Etwa 15 x 15 cm große, gemusterte Fliesen in warmen Braun-, Orange- und Avocadogrüntönen bringen Retro-Charme auch in moderne Bäder – etwa als Statement-Wand.
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Jede Vintage-Ästhetik lässt sich mit moderner Bad-Ausstattung darstellen. Für das richtige Ergebnis kommt es darauf an, Farben, Formen und Texturen zu kombinieren: Wählen Sie sanfte Pastell- oder satte Erdtöne, Armaturen in warmen Tönen wie Bronze und Gold oder in cleanem Chrom, und spielen Sie mit den Formen: geometrische Linien bilden die Basis für ein Art-Déco-Bad, sanfte, geschwungene Formen deuten hingegen auf den Mid-Century-Stil hin.
Martha Huber, Senior Interior Designer bei hansgrohe
Heutzutage sieht man in deutschen Badezimmern häufig Weiß, Beige oder Grau. In früheren Jahrzehnten durfte es auch mal bunt sein: Pastelltöne und warme Naturtöne wie das Avocadogrün der 70er waren beliebt – für Fliesen, Wandfarben, Möbel und sogar Waschbecken, Badewanne oder WC. Im Bauhausstil waren auch Primärfarben wie Rot, Blau oder Gelb üblich.
„Ich rate immer dazu, bei der Inneneinrichtung seinem Herzen zu folgen: Wir beschränken uns oft aus falsch verstandener Vernunft auf neutrale Töne, obwohl wir eigentlich von einem farbenfrohen, besonderen Bad träumen.“, sagt Martha Huber.
Besondere Farbwirkungen können Sie mit Wandfarben, Fliesen und sogar mit Tapeten erreichen: Dabei müssen es gar nicht unbedingt speziell für das Badezimmer gemachte Tapeten sein – bei ausreichender Heizung und Lüftung können Sie auch normale Tapeten verwenden, vor allem wenn sie keinem Spritzwasser ausgesetzt sind.
Ob Jugendstil-Muster, Retro-Zementfliese oder klassische Metrofliese im Bad: Eine besondere Fliese bestimmt den Charakter Ihres Bads. Fliesen schaffen eine authentische, greifbare Oberfläche, besonders, wenn Sie dreidimensional sind. Aufbereitete Originalfliesen sind die nachhaltige Variante, moderne Reproduktionen im Retro-Look garantieren, dass Sie für Ihr Projekt genügend Exemplare in gleichbleibender Qualität finden.
Mit diesen Fliesen klappt der Vintage-Look:
Fliesen sind ein Statement: Eine starke Fliese ist eines der wichtigsten Stilelemente im Bad. Je nachdem, wie großflächig man sie einsetzt, ist sie absolut tonangebend für die Ästhetik Ihres Bads.
Martha Huber, Senior Interior Designer bei hansgrohe
Der Klassiker für viktorianische Badezimmer ist die freistehende Badewanne mit Löwenfüßen. Auch ein Marmor-Waschbecken oder ein WC mit sichtbarem Spülkasten kann – je nachdem, welche Stilrichtung Sie wählen – in Ihr Vintage-Bad passen. Sie haben Mut zur Farbe? Farbige Badkeramik in sanften Naturtönen fügt sich in ein Bad-Design ein, das von den 70ern inspiriert ist.
„Die Form, Textur und Oberflächenfarbe der Waschtisch-, Dusch- und Badewannen-Armaturen lenkt den Gesamteindruck des Bads ganz klar in eine Richtung“, sagt die Interior-Designerin Martha Huber. Wählen Sie cleanen Chrom für moderne oder funktionalistische Bäder. Die wärmeren Farben Bronze und Gold passen in verspielte oder dekadente Bäder – je nachdem, welche Form Sie wählen, z.B.:
Ob traditionelle Drei-Loch-Armatur oder moderne Armatur mit einem Hebel: je nach Farbe und Form sind Armaturen sehr wandelbar und lassen sich an die meisten Vintage-Ästhetiken anpassen. Mit einheitlichen Armaturen für Waschbecken, Badewanne und Dusche setzen Sie ein deutliches Statement und sorgen für ein aufgeräumtes Gesamtbild.
Chrom wird ein Comeback machen: Wie im Möbeldesign und der Mode zieht auch im Bad wieder mehr Chrom ein. Das Material ist widerstandsfähig und leicht zu reinigen – bringt aber gleichzeitig subtile Eleganz mit sich.
Martha Huber, Senior Interior Designer bei hansgrohe
Für ein modernes Wellness-Gefühl in Ihrer Dusche sorgt eine passende Showerpipe wie die hansgrohe Raindance Select oder hansgrohe Pulsify S in Chrom, Brushed Bronze oder Polished Gold. Die Showerpipe umfasst das gesamte Duschsystem: So können Sie auf bestehende Anschlüsse ein System mit Kopf- und Handbrause, Thermostat und Armatur montieren – ein einfacher Weg, modernen Komfort in Ihr Vintage-Bad zu bringen.
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Ob massiver Waschtisch im Gründerzeit-Stil oder schlanke Konsole im Mid-Century-Design: Ausgefallene Badmöbel ergänzen Ihr Vintage-Badezimmer perfekt. Naturbelassenes oder geöltes Holz harmoniert besonders schön mit Keramik- und Metall-Elementen. Auch die Kombination mit modernen Badmöbeln ist spannend: Der Waschtischunterschrank Xelu Q in Eiche Natur fügt sich besonders gut in Mid-Century-inspirierte Bäder ein.
Dimmbare Badezimmerlampen mit verstellbarer Farbtemperatur bringen die warme, einladende Atmosphäre eines Vintage-Bads zur Geltung - und sorgen, vor allem in Kombination mit einem großen Badspiegel, für eine interessante Raumwirkung:
Textilien und andere Details runden den Vintage-Look ab und machen Ihr frisch renoviertes Bad noch wohnlicher.
Handtücher in passenden Tönen wie Beige, Altrosa oder Salbeigrün unterstreichen einen sanften, gemütlichen Charakter – Rot, Blau oder Gelb erinnert an den funktionalen Bauhausstil.
Für ein stimmiges Gesamtbild wählen Sie praktische Wandaccessoires wie Handtuchhalter und Seifenspender in derselben Farbe wie Ihre Armaturen.
Florale oder geometrische Vorhänge bringen das Wohnzimmer ins Bad und bieten eine zusätzliche gemusterte Oberfläche.
Antike Vasen und Keramik-Waschsets setzen persönliche Akzente und erinnern an historische Bäder.
Kunst als Wandschmuck: Mit Kunst im Badezimmer kommt Ihr Vintage-Look ganz groß raus.
Bereit, mit der Badplanung zu starten?
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In Ihrem Vintage-Badezimmer verbinden Sie nostalgische Formen, Farben und Materialien mit modernem Komfort. Mit ausgewählten Antiquitäten, praktischen Retro-Repliken und modernen Elementen entsteht ein ganz besonderes Bad-Design mit Stil und Alltagstauglichkeit. Eben moderne Nostalgie – für ein Bad, in dem Sie sich rundum wohlfühlen.
Vintage und Retro werden im Alltag oft gleichbedeutend verwendet – es gibt aber einen Unterschied:
Ein Vintage-Badezimmer enthält echte Möbel und Objekte aus vergangenen Jahrzehnten. Diese Originale bringen Charme und Patina mit, aber auch mögliche Gebrauchsspuren. Materialien können empfindlicher sein, und nicht jedes Stück passt technisch oder hygienisch problemlos in ein modernes Bad.
Ein Retro-Bad setzt dagegen auf neue Produkte, die den Stil früherer Zeiten aufgreifen. Sie bestehen aus aktuellen, pflegeleichten Materialien, sind langlebig, hygienisch und einfacher in moderne Installationen zu integrieren. Außerdem findet man passende Elemente deutlich leichter.
Kurz: Vintage ist authentisch und einzigartig – Retro ist praktischer und alltagstauglicher.
„Vintage“ bezeichnet keine klar definierte Epoche. Der Begriff umfasst generell Stilelemente aus verschiedenen vergangenen Jahrzehnten und wird im Badezimmer sehr unterschiedlich interpretiert. Typisch sind Anleihen aus den 1950er- und 1960er-Jahren (Pastelltöne, runde Formen), aber auch Einflüsse aus der viktorianischen Ära (verspielte Details, freistehende Badewannen) oder den 1970ern (erdige Farben, markante Muster) können dazugehören.
Kurz gesagt: Ein Vintage-Badezimmer ist kein festes historisches Konzept, sondern ein Stilmix, der je nach gewählter Ästhetik eine bestimmte Zeitperiode zitiert — mal sanft retro, mal klassisch-elegant, mal nostalgisch-historisch. Entscheidend ist, welche Atmosphäre man erzeugen möchte, nicht die genaue Epoche.
Ein Vintage-Bad lebt meist von warmen, erdigen Tönen, sanften Pastellfarben und natürlichen Materialien. Holz, Marmor und Keramik erzeugen eine ruhige, nostalgische Atmosphäre, während Armaturen in Bronze, Gold oder Chrom den klassischen Retro-Charakter unterstreichen. Welche Kombination am besten passt, hängt jedoch immer von der gewünschten Ästhetik und dem Gesamtstil des Badezimmers ab.
Für viele Menschen ist gerade eine individuelle Badgestaltung das, was sie am Vintage-Stil reizt – diese Materialien und Farben sind also lediglich ein guter Startpunkt:
Brushed Bronze: Warmer, matter Metallton mit historischem Charakter
Polished Gold: Glänzend und luxuriös – erinnert an klassische Armaturen.
Pastelltöne (z. B. Mintgrün, Altrosa): Weich, beruhigend
Marmor: Klassischer, weiß-grau gemaserter Carrara-Marmor oder moderne Interpretationen.
Holz (geölt oder naturbelassen): Bringt Wärme und einen schönen Kontrast zu Fliesen und Metall.
Ein Vintage-Bad bedeutet nicht, auf modernen Komfort zu verzichten. Entscheidend ist, zeitgemäße Technik so einzusetzen, dass sie den nostalgischen Look nicht stört. Elemente wie beleuchtete oder beheizte LED-Spiegel, Regenduschen, Fußbodenheizung oder beheizte Handtuchhalter lassen sich problemlos integrieren, solange ihre Optik dezent bleibt und zu den Materialien und Farben des Raumes passt.
Der Schlüssel liegt in der Balance: Die Funktion darf modern sein – der Stil bleibt Vintage. Wählen Sie daher Geräte mit klaren Linien oder zurückhaltenden Details, die sich harmonisch in das Gesamtbild einfügen. Auf diese Weise genießen Sie vollen Komfort, ohne den charakteristischen Charme des Vintage-Badezimmers zu verlieren.
Vintage-Dekorationen wie rustikale Handtuchhalter aus Schmiedeeisen, antike Vasen, nostalgische Seifenspender oder Keramik-Waschsets sind perfekt, um dem Badezimmer Persönlichkeit zu verleihen. Weiche Textilien mit floralen Mustern oder in warmen Farben wie Vorhänge und Handtücher sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Ergänzen Sie den Look mit antiken Spiegeln und schwenkbaren Wandlampen für eine authentische, nostalgische Note.